Dienstag, 20 März 2012 20:14 geschrieben von

Frühlingsforellen

Am 01. März war es wieder so weit. Die Flüsse waren endlich wieder für unsere geliebten gepunkteten Räuber geöffnet. Zu diesem Anlass verabredete ich mich mit Klaus und Chris zum Saisonstart in Tübingen. Während die beiden mit Ruten bewaffnet waren, spielte ich fleißig den Kameramann, in der Hoffnung einige dicke Fische vor die Linse zu bekommen.
Ziel unseres Auftakts war ein kleiner ca. 2 m breiter Bach im Stadtgebiet Tübingens, der mit einer starken Bestandsdichte schöner Forellen bestechen kann. Trotz der hohen Bestandsdichte war der Anfang sehr schleppend und die Fische ließen auf sich warten. Unsere beiden Hauptakteure hatten jedoch auch zu Beginn Ihre ganz eigenen Probleme. Anfangs landeten nämlich einige Köder in überhängenden Bäumen oder sonstigem Gestrüpp; ob dies jedoch am morgendlichen Frühnebel oder an den eingerosteten Wurffertigkeiten lag ist nicht bekannt. Mit einigen spöttischen Kommentaren wie "Eichhörnchen haben noch Schonzeit" wurde dies aber noch recht amüsant. Schon bald konnte jedoch Chris die erste Forelle der Saison ergattern. Zwar kein Riese, aber ein guter Start. Auch der Fänger freute sich natürlich darüber sehr.

erste Forelle der Saison der glückliche Fänger
Weiter flussabwärts kam ein tiefer Gumpen unter einer Brücke, unter der oftmals dicke Forellen stehen. So war es auch dieses Mal, woraufhin Chris einen rabiaten Biss verzeichnen konnte. Leider blieb der vermeintlich dicke Fisch nicht richtig hängen und konnte sich nach kurzem Kampf losreißen. Nach einigem Fluchen startete Chris allerdings einen neuen Versuch. Mit Erfolg! Schon nach zwei weiteren Würfen hing erneut ein Fisch am Haken. Jedoch leider etwas kleiner als der Erste.

zweite Forelle zweite Forelle

Unterhalb der Brücke war nun auch Klaus an der Reihe und konnte seine erste Saisonforelle nach wilden Sprungeinlagen in die Maschen bewegen. Das arme Fischchen war noch etwas mager auf den Rippen. Natürlich kam auch dieser Hungerhaken schnell wieder zurück, damit er sich wieder fett fressen kann.

Klausis erste Forelle

Da wir uns langsam Richtung Stadtkern bewegten, wurde der Fluss immer mehr verbaut. Schon bald mussten wir den Bach ein Stück verlassen, da Mauern einen Durchgang verhinderten. Dieser Umweg wurde jedoch zur Stärkung mit Kaffee an der Tankstelle genutzt.

versperrter Durchgang weiter gehts...

Diese Stärkung war auch durchaus nötig, zerrte doch kurze Zeit später eine dicke Forelle an der Rute von Klaus. Bange Minuten später konnte Chris das schöne Tier keschern und das Maßband zeigte stolze 42 cm. Endlich mal ein schöner Fisch zum vorzeigen!

42er Forelle

Leider konnten die Beiden weiter flussabwärts, bis auf eine schöne Forelle, nur noch ein paar kleinere Fische ergattern. Deshalb beendeten wir gegen Mittag das Angeln an diesem Bach.

schöne Forelle

Alles in allem war es ein sehr durchwachsener Angelmorgen, da normalerweise wesentlich mehr Fische zum Landgang hätten überredet werden sollen. Wie wir allerdings am nächsten Tag erfuhren, waren schon einige Angler am 29. Februar losgezogen um diesen Bach zu beangeln. Wir konnten also froh sein, überhaupt was gefangen zu haben, wurden die Fische doch schon am Vortag vergrämt.


Da wir allerdings noch nicht genug vom Angeln hatten, wechselten wir vom kleinen Bach zum großen Fluss. Genauer gesagt ging es an den Neckar. Zuvor tätigte Chris jedoch noch einige Anrufe und so kamen wir dank Ferdi, der uns freundlicherweise auf eine Runde Spaghetti eingeladen hatte, zu einer warmen Mahlzeit. An dieser Stelle noch vielen Dank dafür :). Zusammen mit Ferdi zogen wir also wieder los an den Neckar. Zu Beginn versuchten wir unser Glück unterhalb eines großen Stauwehrs. Aufgrund leichtem Hochwassers war dieses aber schwer zu befischen, da die Strömung ordentlich Druck auf die Köder ausübte. Es dauerte einige Zeit bis zum ersten Fischkontakt, aber wieder war es Chris der die erste Forelle landen konnte.

Neckarforelle

Nachdem die Forellen im ruhigen Strömungsschatten gefunden worden waren, konnten noch einige Fische zum Landgang überredet werden. Leider verloren die Jungs aber auch gleichzeitig ein paar dicke Fische im Hauptstrom. Den passenden Abschluss fand schließlich Chris, als er quasi beim Zusammenpacken noch einen dicken Döbel haken konnte. Die Landung dieses Dickerchen erwies sich am leichten Gerät sehr schwer, so dass ich teilweise Angst um seine teure Rute hatte, die aufgrund der Strömung an Ihre Grenzen gebracht wurde. Chris hatte aber offenbar alles unter Kontrolle, wie ihr an diesem schönen Fisch sehen könnt.

Döbel bei der Landung

dicker Döbel dicker Döbel darf zurück

Fazit: Gelungener Saisonstart mit schönen Fischen. Zwar war die Quantität nicht ausgezeichnet, aber wir wurden mit guten Forellen belohnt. Hat sich also gelohnt :).

 

Tag 2:

Am Freitag trafen wir uns zwar wieder am Neckar, aber dieses Mal direkt im Tübinger Stadtwasser. Insgeheim hatten wir die Hoffnung, dass die Döbel beissfreudiger wären, als die Forellen am Vortag. Auch ich hatte die Kamera gegen die Spinrute getauscht, aber um's vorwegzunehmen: Hätte ich nicht am Abend noch einen Döbel auf Brotflocke gefangen, hätte ich komplett abgeschneidert. Wie dem auch sei, waren Klaus und ich als Erstes am Wasser, da Chris noch ausschlafen wollte. Schon nach wenigen Würfen war die Rute von Klaus wieder krumm ... tja wenn man weiß wo die Fische stehen, fängt man auch. Der erwartete Döbel entpuppte sich aber schnell als dicke Nase. Diese Fische scheinen sich neuerdings recht wohl im Neckar zu fühlen. Nach kurzem Drill wurde der Fisch selbstverständlich schonend wieder ins kühle Nass gebracht. Interessant war auch der Laichausschlag im Kopfbereich des Fisches. Offenbar sind sie schon sehr bald mit dem Laichgeschäft beschäftigt.

Nase

Leider war dies offenbar der einzige beißwillige Fisch in diesem Bereich, weshalb wir die Stelle wechselten und weiter flussabwärts unser Glück versuchten. In der Zwischenzeit hatten sich auch Chris und Ferdi zu uns gesellt. Zwar konnten die Beiden auch einige Bisse verzeichnen, leider aber keinen Fisch zu Tage befördern. So war es wieder an Klaus für den nächsten Drill zu sorgen. Dieser konnte eine schöne Barbe haken, die sich nach wilden Fluchten sicher keschern ließ.

Barbe

Die Stunden vergingen ohne jeglichen Fischkontakt. Da sich die Döbel von ihrer zickigen Seite zeigten und die Forellen offenbar verschwunden waren, verabschiedeten sich auch Chris und Ferdi bald wieder. Klaus und ich fischten jedoch noch weiter, da ich mir extra eine Tageskarte gekauft hatte. Wir entschlossen uns also, wieder Richtung Neckarbrücke zu gehen. Dort angekommen waren uns jedoch zu viele Touristen und Greenpeace-Aktivisten um die Brücke. Klaus entschloss sich trotzdem ein paar Würfchen zu machen, während ich es ein Stück weiter oberhalb versuchen wollte. Doch bevor ich weit gehen konnte, pfiff mich Klaus schon zurück. Seine Rute stand im Halbkreis und die Bremse war am Kreischen. Ok, da war was richtig Dickes am Band!!! Klaus hatte den Fisch schon gesehen, da er unmittelbar vor seinen Füßen gebissen hatte. Es war ein für den Neckar "kapitaler" Hecht. Bange Minuten standen uns bevor, hatte Klaus doch kein Stahlvorfach montiert. Als der Fisch das erste Mal hochkam, wurde mir klar, dass es sich um einen 80er Hecht handeln musste. Da wir allerdings keinen Lipgrip dabei hatten, musste ich versuchen, den Hecht per Kiemengriff zu landen. Die ersten Versuche schlugen fehl, da Klaus am feinen Geschirr keinen wirklichen Druck ausüben konnte. Schließlich gelang es mir doch, den Fisch zu greifen. Nach kurzem Messen blieb das Maßband bei 77 cm stehen. Schnellstmöglich wurde dann der Fisch wieder released. Deshalb gibt es auch nur dieses eine Foto, welches leider nicht all zu gut ist. Sorry!!!

Neckar Hecht

Naja diese Aktion sah natürlich auch eine Öko-Tante auf der Neckarmauer, die uns als "scheiß Tierquäler" beschimpfte ... tja, mit diesen Öko-Futzies muss man in Tübingen nun mal leben können. Da wir sowieso wussten, dass die Tante noch nie was von irgendwelchen Schonzeiten gehört hatte, beschlossen wir nicht weiter auf das Gemotze einzugehen und gingen weiter. Da es allerdings schon Abend geworden war, beschlossen wir das Angeln mit diesem super Fisch zu beenden.
Abschließend ist zu sagen, dass es zwei richtig schöne Tage bei top Wetter waren. Die Fische waren zwar etwas zickig, allerdings war das gemeinschaftliche Angeln nach dem Winter mal wieder richtig klasse. Danke an alle, die dabei waren! Auch hier in Wangen geht die Saison endlich am 1. April los. Mal sehen, was da dann gehen wird.
In diesem Sinne, viel Petri und bis im April :)
Eurer Paul

P.S. Hier geht es zum passenden Video

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