Sonntag, 19 Juli 2009 22:32 geschrieben von

Was zum...?

Schon gegen Nachmittag waren wir zum Anitz verabredet. Zunächst war geplant ein paar Köfis zu fangen, was sich aber schwerer als erwartet gestaltete. Trotz Senke, Stippe und Feeder blieben die kleinen Fische ganz klar Sieger. Um uns die Zeit zu vertreiben, versuchten wir einen dicken Rüssler zu überlisten. Mit unserem "High-End Karpfentackle" blieb dieser Versuch jedoch, wie erwartet, auch ohne Erfolg.

see freaks
Links: ein Blick auf den See     Rechts: 2 Vögel (Phil und Frank)

Gegen 20 Uhr gaben wir unseren Karpfen auf und wechselten das Angelrevier an den nahegelegenen Neckar. Hier sollten die Chancen einen Aal zu fangen besser stehen als im See, da dort vor ein paar Jahren ein Großteil der Aalpopulation dem heißen Sommer erlag. Phil und Frank kannten hier eine vielversprechende Stelle, an der es sogar möglich war einigermaßen gut mit Pose zu angeln. Den ersten Biss der Nacht konnte Frank verzeichnen. Ein stattlicher Aal hatte seinen Wurm genommen und lieferte an der kleinen Rute einen tollen Drill. Leider riss kurz vor der Landung die Schnur und der Aal verschwand in die Dunkelheit. Etwas grummelig versprach Frank weitere Aale während er das neue Vorfach mit einem Wurm bestückte. Er sollte Recht behalten.
Kurze Zeit später setzte sich die Schnur an Phils Rute langsam in Bewegung. "Das riecht nach Aal" dachte ich mir uns starrte gespannt auf das Geschehen. Nachdem nochmal etwas Schnur von der Rolle glitt folgte der Anschlag: "Nichts? ... häää??? ... da ist doch was dran!? ... nicht im Ernst oder? ... ne SCHILDKRÖTE!!!" Tatsächlich hatte Phil eine kleine Schildkröte gefangen die den Wurm voll weggeschluckt hatte. Mit dieser "Entschneiderungs-Schildkröte" hatte der Fänger natürlich das Gelächter auf seiner Seite.

schildi schildi

Wie es sich nach späterem Googeln herausstellte, handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine Rotwangenschildkröte (sollte es jemand besser wissen sagt Bescheid).
In der Zwischenzeit hatte ich einen schönen Biss auf Grund, der jedoch nach ca. 1m wieder zum Stillstand kam. Ich war mir etwas unsicher und wartete lieber noch etwas mit dem Anhieb. Dies stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus, da der Aal vermutlich schon gehakt war und sich nur in seinem Unterstand versteckte. Nach 30 Minuten wollte ich meinem Köder überprüfen und fand nur ein zerkneultes Vorfach ohne Wurm wieder. Wahrscheinlich hatte der Aal den Haken wieder ausgewürgt.
Frank hingegen hatte es besser gemacht und konnte einen Aal um die 50cm landen.

haken frank aal

Wenig später konnte Frank an der gleichen Stelle schon den nächsten Aal um die 60cm auf seinem Konto verbuchen. Somit stand es Frank: 2 Aale, Phil: 1 Schildkröte und Klaus: 1 zerknäultes Vorfach.

aal

Das konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen. Somit warf ich meine Posenmontage erneut aus an eine etwas abseits gelegene Stelle. Nach einer halben Ewigkeit ohne jegliche Aktivitäten, fing die Pose an verdächtig zu wackeln und leicht zu wandern. Angepannt verfolgten wir das Geschehen. Als die Pose dann endgültig auf Tauchstation ging setzte ich einen kräftigen Anhieb. Leider ging dieser ins Leere und meine Montage flog gen Himmel in die Bäume. VERDAAAAAMMMMT!
"Neuer Wurm, neues Glück" dachte ich mir und platzierte den Köder nochmals an gleicher Stelle. Schon nach wenigen Minuten ging das Spiel wieder von vorne los: Leichtes anstupfen, ein bisschen ziehen und dann wieder loslassen. "Das spricht doch für einen größeren Aal" versuchte ich mir immer wieder einzureden um nicht die Geduld zu verlieren.
Dann ging plötzlich alles ganz schnell: Die Pose machte einen kleinen Wackler und verschwand im Dunkel. Dieses mal saß der Anhieb und der Kontrahent stellte sich als äußerst wehrhaft heraus, weshalb zur Landung ein Kescher verwendet wurde. Ein schöner Aal von 70cm landete in den Maschen.

aal aal

 

Leider ist in Bawü ab 1 Uhr das Angeln verboten, weshalb wir bald danach widerwillig zusammenpacken mussten. Für mich war es ein toller und unterhaltsamer Abend mit Freunden. Auch ohne den krönenden Abschluss wäre ich der Meinung gewesen, dass dies bald wiederholt werden muss!

 


In diesem Sinne,
Petri Heil!

Euer Klaus

 

 

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Gelesen 2010 mal

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