Freitag, 19 März 2010 23:34 geschrieben von

Kormoran-Demo in Ulm

Pünktlich um 12 Uhr startete unser Bus in Richtung Ulmer Münster. An Bord waren einige Mitglieder des Rottenburger Fischereivereins und ein paar KFVler, sodass wir den Bus gerade so voll bekamen. An sich echt eine schwache Leistung für einen Verein der "mit über 900 Mitglieder" sicher nicht zu den Kleinen gehört. Am meisten regt mich auf, dass 90% der Leute, die ständig über fehlenden Besatz und zu viele Kormorane meckern, nicht dabei waren!
Die Stimmung im Bus war jedoch sehr gut und man war gespannt auf die Anzahl der erscheinenden Demonstranten.

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Immerhin hatten wir selbst gemachte Schilder dabei. Hierfür nochmals vielen Dank an Marius, der allen seine künstlerische Ader zeigte.
Nach einer kleinen ungewollten Stadtrundfahrt durch Ulm fanden wir schließlich doch unser Ziel. Am Marktplatz angekommen zeigte sich eine gähnende Leere. Naja, das war aber auch kaum anders zu erwarten da wir 2h vor dem eigentlichen Beginn schon unsere Plakate vor dem Münster schwenkten. Wie erwartet waren die Kormoran-Freunde schon an Ort und Stelle, bewacht von 70 Securities und etwa 30 Polizisten.

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Langsam trudelten immer mehr Fischereivereine ein, die meisten mit durchaus gelungenen Plakaten und Postern. Etwa 45 Minuten vor offiziellem Beginn der Demo stieg ich "ein paar" Treppen des Münsters hinauf (gefühlte 1000) um mir von oben einen Überblick zu verschaffen. Ich war ein wenig enttäuscht als ich herunter blickte, da es mir von unten doch ein paar mehr Demonstranten schienen. Zwischen den einzelnen Gruppen war doch noch sehr viel Pflasterstein zu sehn.

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Beim Abstieg dachte ich mir, dass ja noch ordentlich Zeit ist um ganze Heerscharen an das Münster zu karren. So war es dann auch und plötzlich kam es mir so vor als hätte sich die Anzahl der Demonstranten verdoppelt. Von überall pfiffen Trillerpfeiffen und Leute mit Megaphon stachelten die Menge an.
Überall wehten Fahnen und Transparente im Wind und als ein Sarg vorbeigetragen wurde, nahmen einige Herren gar ihre Hüte ab. Symbolisch wurden hier die Fische zu Grabe getragen die dem Kormoran zum Opfer gefallen waren.

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Pünktlich um 16:00 wurde die Demonstration unter großem Beifall aller Beteiligten eröffnet. Gesprochen hatten neben P. Mohnert (Präsident des Verbandes Deutscher Sportfischer), Dr. C. Proske (Präsident des Verbandes Deutscher Binnenfischer) auch einige Vertreter der Fischereiverbände aus Frankreich, Schweiz, Baden-Würrtemberg und Bayern. An sich waren die Ansprachen aber meist etwas lasch und v.a. die ersten Sprecher hätten gut daran getan, vorher ein Rhetorikseminar zu besuchen. Leider wurde, thematisch bedingt, viel wiederholt was ohnehin schon bekannt war. Mein liebster Spruch, der mir in Erinnerung geblieben war, stammt von dem Redner aus der Schweiz: "Der Kormoran in der Schweiz ist auch ein deutsches Problem, denn er kommt noch leichter über die Grenze als die deutschen Steuerhinterzieher" (so oder so ähnlich).

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Es fehlte in einigen Ansprachen der rote Faden und v.a. ein wenig Würze. Oft war es viel zu diplomatisch und wenig mitreißend. Aus diesem Grund behalf sich die Menge mit lautstarkem Geschrei:
"NABU-BUH" hallte es immer wieder über den Münsterplatz. Die Menge war, trotz der offensichtlichen Verzweiflung einiger, in guter Laune und, was das Wichtigste ist, friedlich. So wurde auch nach dem offiziellen Ende der Demonstration (etwa 50 Minuten nach Beginn???) auch ein wenig vor dem NABU Gebäude demonstriert. Vor der Heimfahrt hab ich aber noch ein paar Fotos von den besten Plakaten gemacht:
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Zum Schluss gabs dann doch noch etwas, was jedem Angler das Herz höher schagen lässt. Direkt vor unserem Bus verlief ein kleiner Bach in dem wir große Forellen mit Brot füttern konnten. Echt schön diese Tiere so nah und vertraulich zu sehen. Trotzdem zeigten sich auch mitten in der Stadt Anzeichen für den Kormoran-Druck auf die Fische. Eine der Forellen hatte eine große Abschürfung oben am Kopf die doch sehr eindeutig auf einen Kormoranangriff schließen lässt.

wasserrad

Ich hoffe doch sehr, dass nun endlich etwas Vernünftiges geschieht hinsichtlich der Kormoran-Problematik. Wenn ich dann aber von meinen Freunden höre, dass während der Demo an unserem Vereinsgewässer zig Leute beim angeln waren, dann kommt mir schon wieder das kalte Kotzen.

In diesem Sinne,

euer Klaus

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