Freitag, 20 Juli 2012 00:00 geschrieben von

Amsterdam 2012 - Tag 2

Tag 2 - Immer rein ins Getümmel!

"Der frühe Wurm fängt den Fisch!", so sagt man doch immer. Da wir aber weder mit Wurm angeln, noch Freude am frühen Aufstehen haben, hieß es für uns zunächst wenigstens einigermaßen auszuschlafen. Gewisse Personen hatten es in der Nacht doch noch geschafft, sich der Angelklamotten zu entledigen und träumten nun endlich unter, nicht auf der Bettdecke.
Als wir es schließlich doch aus dem Nest schafften, erwartete uns ein Frühstück bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Der Laptop lag natürlich auch schon bereit, um im Internet nach neuen Spots für den Tag ausschau zu halten. Chris hatte eine DVD dabei (ich glaube von Fisch&Fang), in der die Kollegen am Amsterdamer Hauptbahnhof fischten. Da die Stellen ziemlich gut aussahen und wir ohnehin mal den Hauptbahnhof anschauen wollten, hieß es für uns die Angel packen und ab zur "Centraalstation".

hbf

Für Amsterdamer scheinen Angler die durch ihre Stadt laufen keine Besonderheit zu sein und so wurden wir nur selten angesprochen bzw. angegafft. Wie erwartet war sehr viel los und so fischten wir nur kurze Zeit direkt vor dem Bahnhof, zumal wir mit zwei Einheimischen Anglern sprachen, die hier schon eine ganze Weile erfolglos fischten. Besonders beeindruckend war für mich der Fahrrad-Abstellplatz, frei nach dem Motto "Ey Mann, wo ist mein Fahrrad?"

fahrrad

Folglich liefen wir also ein paar Meter weiter am Wasser entlang um zwischen Booten und Fähren im tiefen Wasser unsere Köder tanzen zu lassen. Lange dauerte es nicht bis der erste Räuber mittanzen wollte und so präsentierte Paul stolz seinen PB Barsch (in Wangen ist es mit den Barschen noch schlechter bestellt als hier in Tübingen).

barsch paul

Da es in Holland gang und gäbe ist, seine Fische wieder in die Freiheit zu entlassen, muss man hier auch mitten in der Stadt keine Angst vor fanatischen Tierschützern zu haben, die jegliches C&R zur Anzeige bringen.
Motiviert vom guten Start fischten wir konzentriert weiter und genossen die Sonne die auf uns herab lächelte. Zwischen den Booten tauchten immer wieder allerlei Fische auf, vor allem Brassen und Meeräschen. Für den einen mag das Wasser hier nur der Weg zur Arbeit sein, die Fähre nur ein Transportmittel, für uns Angler sind dies jedoch die Stellen an denen wir unser Glück erhoffen, den Fang unseres Lebens suchen.

boot

yachtpolezander klaus

 

An dieser Stelle sei ein herzlichen Dank an meinen Bruder ausgesprochen, der keine Mühen scheute, für uns Fotos von diesem unvergesslichen Trip zu machen. Er schleppte neben Spiegelreflex- und Videokamera teilweise sogar das Stativ mit und rannte stets zum Fänger um ihn mit seinem Fisch abzulichten. Gerade an den kommenden Tagen kam er deshalb kaum selbst zum Fischen und sprang von Fisch zu Fisch ohne selbst wirklich die Gelegenheit zu haben, sein Glück zu versuchen.

Die nächsten Fische gingen auf Ferdis und mein Konto. Zander hatten sich an unseren Ködern vergriffen und waren eine willkommene Abwechslung zu kleinen Barschen die man immer wieder zu sehen bekam.

zander ferdi

Zwar stimmte die Bissfrequenz, doch waren die Fische meist noch in den Kinderschuhen. Untermaßige Zander und Barsche waren nicht unser Ziel und so wechselten wir vom großen Gewässer weiter in Richtung Zentrum in einen Hafen. Leider war das Wasser hier kaum zugänglich und ohne Spundwandkescher nicht befischbar. Etwas genervt machten wir so zunächst wieder eine erholsame Bierchen-Pause.

chilly willychilly chris

Ein Blick auf Google Maps brachte eine neue Stelle und neue Motivation. Hier war das Wasser jedoch noch tiefer als am Hauptbahnhof. Während wir am Vortag die Fische in 1 bis 3 Meter tiefem Wasser fingen, angelten wir heute meist zwischen 4 und 10 Metern. Im Winter sind diese Stellen sicher die Hotspots aber um diese Jahreszeit schienen die Fische flach zu stehen. Nichtsdestotrotz war dieses mal Chris an der Reihe und überlistete einen Barsch auf einen flachlaufenden Wobbler.

barsch chris

Da es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Bahnhof. Wir waren schon etwas angefressen, dass heute nur kleine Zander den Weg ans Band gefunden hatten. Um es vorweg zu nehmen: der zweite Tag war aus fischtechnischer Sicht der Schlechteste.
Auf dem Rückweg fischten wir nochmals die Stellen vom Mittag ab. Wieder hatten wir viele Zander und Barsche, alle jedoch untermaßig.

klaus

So begnügten wir uns schließlich damit einen wundervollen Sonnenuntergang mitten in der City zubestaunen. Amsterdam ist eine wunderschöne Stadt, die einen schnell in seinen Bann zu ziehen vermag, sowohl unter als auch über Wasser.

nightlife

nightlifenightlife

 

Euer Klaus!

Hier gehts zum Tag 3:

Tag 3 - Heute gehts euch allen an die Schuppen!

P.S.: Du willst von Anfang an Lesen? Dann gehts hier zurück zu Tag 1:

Tag 1 - Erst mal locker angehen lassen... oder auch nicht!

 

Gelesen 2344 mal

Ähnliche Artikel

  • Müritz Sommer 2015 Müritz Sommer 2015

    Eine Woche Müritz liegt hinter uns. Zusammen mit Balzer Teamangler Max starteten wir Mitte Juni '15 die "Bigbait"-Tour auf Zander und Hecht an der Müritz. Es war eine angelintensive Woche mit schwierigen Bedingungen, launischen Fischen und wenig Schlaf. Trotzdem konnten wir ein paar tolle Hechte auf die Schuppen legen ...

  • Streifen machen uns glücklich! Hilft ein Entnahmefenster? Streifen machen uns glücklich! Hilft ein Entnahmefenster?

    Das Jahr 2014 brachte uns wieder ein paar schöne Stachelritter am Vereinsgewässer. Leider bleiben die Barsche bei uns noch immer eher Beifänge, können sich größere Bestände dank stetiger Entnahme nicht halten. Hier sollte die Entnahmepolitik der Vereinsmitglieder überdacht werden...

  • Einmal Bayern und immer wieder Einmal Bayern und immer wieder

    Anfang Oktober hieß es für uns "Arschbacken zusammenkneifen" um bei eiskalten Nächten und sonnigen Tagen an einem traumhaften Fließgewässer in Bayern zu zelten. Es sollte ein ereignisreicher Kurztrip mit tollen Fischen und interessanten neuen Techniken werden...

  • Stacheltour Frühjahr 2014 Stacheltour Frühjahr 2014

    Die Sehnsucht nach Dickbarsch und Zander hat uns wieder an den Vater Rhein gerufen. Wir waren für ein verlängertes Wochenende zu Besuch bei Henning in Leverkusen, der uns ein Guiding der Extraklasse angeboten hat...

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.