Montag, 20 Januar 2014 21:02 geschrieben von

Jahresrückblick 2013

Wir haben zwar schon Mitte Januar aber stellvertretend fürs letzte Jahr komm ich einfach kaum zum Schreiben. Wesentlich liegt das natürlich an meiner Promotion aber auch an meiner unfallbedingter Angel-Auszeit, zu der ich später noch kommen werde. Viele Fische wurden letztes Jahr nur auf Facebook veröffentlicht was daran liegt, dass es einfach schneller geht und man direktes Feedback bekommt. Wer nicht bei Facebook ist, kann die Beiträge trotzdem auf unserer Seite im rechten unteren Bereich der Homepage verfolgen. Nichtsdestotrotz habe ich mir vorgenommen dieses Jahr hier wieder regelmäßiger von meinen Touren ans Wasser zu berichten.

Blicken wir mal zurück auf das Jahr 2013:

Obwohl die Winterzeit eigentlich die perfekte Zeit für Großdöbel ist, war im vergangenen Januar und Februar 2013 so ziemlich tote Hose am Neckar. Hin und wieder mal ein Döbel bis max. 40cm aber oft genug lief man mit durchgefrorenen Händen als Schneider nach Hause. Erst der Beginn der Forellensaison sollte die Wende bringen. Bereits am 1. März konnte ich einige schöne Bach- und Regenbogenforellen bis 55cm zum Anbiss überreden und so das Jammertal des erfolglosen Winters hinter mir lassen.

bafo

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Auch wenn es an den Bächen super lief, gab es am Neckar weiter böse Nullinger ohne Fischkontakt. So auch kurz vor Ostern, als ich bereits 3h am Wasser entlang schlenderte, schon kurz vor dem Aufgeben. Bei einem der letzten Würfe wurde ich jedoch aus dem Halbschlaf gerissen: Kurz nach dem Auswerfen, noch in der ersten Absinkphase, merkte ich einen deutlichen "Tock" im Handgelenk. Der Anhieb saß und ich rechnete mit dem erhofften Döbel, der meinen Schneidertag retten sollte. Die knallroten Bauchflossen machten mich zunächst etwas stutzig dann euphorisch. Ein fetter Barsch hatte sich den Gummi vom Grund gesaugt und zappelte wenig später im Kescher. Mit 47 cm mein neuer/aktueller PB und ein absoluter Ausnahmefisch für den hiesigen Neckar.

barsch

Da ansonsten jedoch am Neckar nicht viel lief, wurden von meinem Bruder und mir vor allem die Bäche mit beachtlichem Erfolg bearbeitet. Immer wieder gab es tolle Bach- und Regenbogenforellen über 50 cm. Ein richtig starkes Forellenfrühjahr:

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Als die Sonnenstrahlen auch die Seen erwärmt hatten, konnte Paul die ersten tollen Karpfen zum Shooting überreden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit dem Karpfenangeln noch nicht viel am Hut, was sich im Laufe des Jahres jedoch ändern sollte (später mehr dazu).

carp

Der Start in die Hechtsaison verlief bei uns eher bescheiden, was aber auch daran liegen mag, dass wir kaum ans Wasser kamen. Bei etwa 80 cm war beim Start der Hechtsaison für uns Schluss. Keine schlechten Fische aber auch keine Monster wie man sie sich wünscht.

pike

pike

Dass auch der erste Versuch einen richtig tollen Fisch bringen kann, konnte Matze mit seinem 108cm Esox eindrucksvoll unter Beweis stellen.

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Vom Hochwasser an den Flüssen vertrieben machte sich Paul mit der Stipprute an den Seen um Wangen zu schaffen. Ich selbst habe nicht schlecht gestaunt, als ich die Bilder seiner Stippaktion zu Gesicht bekam. Innerhalb von 3 Stunden hatte er 7 Schleien und 1 Karpfen angelandet. Richtig schöne Tiere diese Tincas.

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Ende Juni zog es uns in die Ferne! Wir wollten an der Müritz den Räubern auf den Zahn fühlen. Hierfür ging es ein paar Tage zu den Müritzfischern nach Eldenburg. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter und schon am ersten Tag einen Wetterumschwung mit 10 Grad weniger und Dauerregen. Das schlug den Fischen natürlich deutlich auf den Magen. In Kombination mit unserer Unerfahrenheit an Großgewässern war dies keine gute Kombination. Zwar konnten wir jeden Tag unsere Fische aufs Boot bekommen jedoch waren es meist kleine Vertreter bis 65cm. In den ersten 3 Tagen war bei 75 cm Schluss.

pike

Der vierte Tag war der einzige Tag, an dem das Wetter über 48h konstant geblieben war. Das merkte man auch in der Bissfrequenz. Binnen weniger Stunden konnten wir einige tolle Bisse verzeichnen und den einen oder anderen schönen Hecht anlanden. Der Größte biss beim Driftangeln im Freiwasser direkt 2 Meter vor dem Boot - Adrenalin pur!!

pike

Da die Temperatur in den nächsten Tagen weiter abfiel, war für uns nichts Großes mehr zu holen. Zwar war die Bissfrequenz in Ordnung, dennoch blieb die Müritz 2013 leider unter unseren Erwartungen. Vielleicht versuchen wir es dieses Jahr nochmals.
Zurück in der Heimat wurde zunächst der Neckar mit seinen durch das Hochwasser neu entstandenem Flussbett intensiv befischt. Auch wenn sich viele einheimische Angler über das Hochwasser 2013 beschwert hatten, brachte es doch neue, interessante Strukturen ins Wasser. Zusätzlich wurde eine Fotomontage von Paul auf Facebook zum absoluten Renner: Der Kuhwiesenwaller der vor allem bei Hochwasser gut zu Fangen war.

kuhwiesenwaller
(www.facebook.com/photo.php?fbid=465318403545559&set=a.263283080415760.62499.249927781751290)

Zusammen mit der Freundin konnte man am Neckar das warme Wasser und die Sonnentage genießen. Nebenher war natürlich immer kurz Zeit die Rute zu schwingen, um die ersten vernünftigen Döbel des Jahres zu überlisten. Es war zwar nicht immer ganz einfach aber mit etwas Ausdauer gab es regelmäßig tolle Fische.

döbel

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So schnell, wie der Sommer kam, so schnell war er auch leider wieder vorbei. Die Arbeit forderte natürlich auch ihren Tribut und so waren die Sonnentage leider viel zu selten vernünftig genutzt.
Ende September ging es mit der Familie nach Frankreich. Hierüber hat Paul einen tollen Bericht mit wunderschönen Bildern geschrieben den ihr hier nochmal nachlesen könnt: Lac de Gérardmer - Karpfenangeln in Frankreich.

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pike

In Frankreich war es auch, dass ich zum ersten Mal seit vielen Jahren gezielt auf Karpfen geangelt hatte. Ich hatte wohl ganz vergessen, dass es auch so viel Spaß machen kann. Zwar gehe ich noch immer ungern allein zum Karpfenangeln (teilweise etwas langweilig) aber zusammen mit Tübinger Vereinsmitglieder hat man mich diesen Herbst das ein oder andere Mal beim Karpfenansitz angetroffen. Meinen größten Fisch hatte ich am Band, als ich tatsächlich mal alleine am Wasser war. Dank mäßiger Karpfenausrüstung musste ich für die Landung ein halbes Vollbad nehmen. Gelohnt hat es sich aber trotzdem:

carp

Den letzten Trip 2013 machte Paul zusammen mit dem Angelladen in Wangen. Es ging zum Hecht- und Zanderfischen nach Holland. Natürlich hatte ich keine Zeit da ich auf Tagung mit der Uni unterwegs war.

Viel kann ich über diesen Trip natürlich nicht berichten aber eine "Kleinigkeit" blieb mir dann doch im Gedächtnis: Es war der zweite oder dritte Tag an dem Paul und seine Kollegen mit mäßigem Erfolg in Holland fischten. Mehr aus Verzweiflung heraus fragte mich Paul per SMS, ob ich eine Idee hätte wie sie zum Fisch kommen könnten. Ich antwortete ihm, er solle doch mal die Jiggerei sein lassen und die Köder einfach stumpfsinnig durchs Wasser laiern. Etwa 10 Minuten später klingelte mein Handy und als ich das gesendete Bild sah, fielen mir beinah die Augen aus dem Kopf:

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Ein kapitaler Esox mit 121 cm lies sich wohl den gelaierten Gummi schmecken und zappelte nach hartem Drill im Netz. Den Drill auf Biegen und Brechen könnt ihr am Ende unseres letzten Videos sehen: Hechte an Großgewässern. Nochmals ein fettes Perti an Paul für sein neues PB Monster.

Mir persönlich ist am 17.10.13 jedoch das Lachen vergangen. Bei einem Verkehrsunfall mit dem Motorrad hatte es mich ziemlich übel erwischt: Gehirnerschütterung, Schleudertrauma, gebrochene Mittelhand, gebrochene Elle, ausgekugelte Speiche und zahlreiche Prellungen mit Schnittwunden.

röntgen

röntgenbild

Auch wenn ich fleißige Schutzengel und mega Glück hatte, war mir die Lust am Angeln erst mal vergangen. Nach dem Krankenhausaufenthalt wurde der linke Arm für 6 Wochen stillgelegt. Die anschließende Physiotherapie musste die Gelenke mobilisieren, um die Beweglichkeit wieder zu erlangen. Bis heute ist die linke Hand jedoch noch nicht voll einsetzbar ABER angeln geht wieder. Solche Unfälle zeigen, dass man jede Minute im Leben genießen muss da alles viel zu schnell zu Ende sein kann. Also keine faulen Ausreden, knutscht eure Holde, gebt ihr nen Klaps auf den Hintern und schwingt euch ans Wasser!

Auf dass 2014 nicht so endet wie 2013, sondern gesund und munter mit fetten Fischen und tollen Erfahrungen am Wasser.

In diesem Sinne, Petri Heil!

Klaus

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