Donnerstag, 12 März 2015 22:18 geschrieben von

Streifen machen uns glücklich! Hilft ein Entnahmefenster?

Im Jahr 2014 konnten meine Kollegen und ich wieder ein paar wunderschöne Barsche auf die Schuppen legen. Während es mein größter Barsch auf 45cm brachte, landete Chris mit einem 50er einen sensationellen Ausnahmefang - zumindest für unsere Gewässer.

Leider sehen die meisten meiner Vereinskollegen im Barsch einen begehrten Speisefisch. So werden Streifenjäger aller Größen ohne Wenn und Aber abgeknüppelt. Besonders bei den kapitalen Vertretern ist dies für nachhaltig denkende Angler ein Schlag ins Gesicht: Berücksichtigt man das langsame Wachstum der Barsche in unseren Gewässern (Richtwert: 20 Jahre für 45cm), so sind die Fänger oft jünger als der Kollege, der in der Pfanne brutzelt.
Aktuell gibt es im KFV Tübingen weder Mindestmaß noch irgendeine Form von Entnahmeregelung für Barsch. Wer das "Glück" hat und einen raubenden Trupp antrifft, kann seinen Eimer solange voll machen bis die eigene Gier nach Fisch gestillt ist. Für mich ist dieser Zustand völlig inakzeptabel, besonders aufgrund der überragenden Bedeutung großer Fische für den Bestand!

Neue Studien unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus zeigen die fundamentale ökologische und ökonomische Funktion großer Muttertiere für den Bestand:

"Bei vielen Fischarten gilt: Je höher die insgesamt abgegebenen Eimenge desto höher ist auch die Jungtieranzahl. Das gilt insbesondere dann, wenn die Anzahl der Elterntiere durch Überfischung oder aufgrund der Umweltzerstörung gering ist.  In diesem Zusammenhang kommt den besonders fruchtbaren, großen Muttertieren eine fundamentale Rolle für die Bestandserneuerung zu. Eine systematische Entfernung der sogenannten Megalaicher begünstigt unerfahrene, kleine Weibchen mit einer vergleichsweise geringen Fortpflanzungsleistung."
Quelle: http://www.igb-berlin.de/pressemitteilungen-nachrichten-alle/items/mehr-schutz-fuer-dicke.html

Der richtige Schritt aus dem aktuell vorherrschenden Missstand wäre die Einführung einer maximalen Entnahmemenge (Tages- und Jahresfanglimit) und eines Entnahmefensters. Das Entnahmefenster erlaubt beispielsweise die Entnahme von Barschen zwischen 25 und 35 cm. Fische unter und über diesem Maß müssen umgehend in das Gewässer zurückgesetzt werden. Nur so lässt sich auf Dauer ein akzeptabler Bestand an Barschen in unseren Gewässern erhalten. Von diesem Entnahmefenster würden auch diejenigen profitieren die Barsche in der Pfanne haben wollen, schließlich werden auch sie mehr passenden Fisch fangen.

Zum Schluss noch ein paar Fänge aus 2014 die hoffentlich noch heute für Nachwuchs sorgen können:

Springt bitte auch ohne aktuelle Regelung mal über euren Schatten, frei nach dem Motto: Let go, let grow!

Euer Klaus

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  • 20141130_143614
  • barsch 2014 (8)
  • 20141206_122302
  • 20141202_115046
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  • barsch 2014 (9
  • barsch 2014 (7)
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