Sonntag, 09 Dezember 2012 19:34 geschrieben von

How to: Mein Spot bleibt mein Spot

Wer kennt es denn nicht? Man hat nach langer Suche endlich mal einen guten Fisch gefangen und stellt ein Foto von diesem ins Netz. Leider hat man nicht darauf geachtet was im Hintergrund zu sehen ist und so staunt man nicht schlecht, wenn am nächsten Tag ganze Horden von Anglern einfallen um den Hotspot leerzuräumen. Tja selbst schuld kann man da nur sagen!
Um dies zu vermeiden sollte man schon vor der Entstehung des Fotos auf den Hintergrund achten. Oft hilft es wenn man sich vor einen Busch stellt oder einfach den Winkel der Kamera ändert. Der Kameramann sollte hier Anweisungen geben, da er direkt Einfluss darauf nehmen kann, welche verräterischen und markanten Stellen im Hintergrund zu sehen sind.
Hier habe ich ein kleines Tutorial geschrieben, was man machen kann, sollte doch mal etwas im Hintergrund zu sehen sein, was da besser nicht sein sollte.
Da sicher die Wenigsten für eine Bildbearbeitung Geld zahlen wollen, hab ich ein Freeware-Programm gewählt, welches relativ einfach zu bedienen ist, aber auch fortgeschrittenen Usern alle Möglichkeiten offen hält. Die Wahl fiel somit auf GIMP, welches ihr hier herunterladen könnt: KLICK

Öffnen wir nun zunächst unser Bild mit dem Programm

So oder so ähnlich sollte das Ganze dann aussehen. Auf den ersten Blick ziemlich viel aber die meisten "Knöpfe und Schalter" brauchen wir eigentlich nicht. Nun die Frage was mich an diesem Foto denn stört: Im Hintergrund sind Gebäude zu sehen, die Einheimischen zeigen, wo genau der Fisch gefangen wurde. Klar kann man nun sagen, dass der Fisch eh nicht mehr an dieser Stelle sitzt, aber jeder kennt doch Stellen an denen er regelmäßig gute Fische fängt und somit dort auch gerne seine Ruhe hat.
Bevor es losgeht noch einen Tipp: Im oberen Reiter findet ihr unter "Bearbeiten" an erster Stelle die Funktion "Rückgängig". Solltet ihr aus Versehen mal einen Schritt falsch gemacht haben, dann klickt einfach auf "Rückgangig" und schon seid ihr wieder einen Schritt weiter hinten.
Um nun den Fischräubern aus dem Internet das Leben etwas schwerer zu machen fangen wir mal ganz einfach an: oft macht es gerade an Flüssen Sinn, das Bild vor der Bearbeitung horizontal zu spiegeln. So sind die geliebten Kollegen schonmal am falschen Ufer Zunge raus

Hierfür klicken wir im Werkzeugkasten auf das Symbol "Spiegeln" (siehe Foto)

Klicken wir anschließend auf das Bild, so haben wir es gespiegelt (wichtig: bei den Werkzeugeinstellungen muss "horizontal" ausgewählt sein).

Fangen wir zunächst einfach an: Wir klicken im Werkzeugkasten auf "freie Auswahl" (siehe Foto)

Mit dieser Auswahl können wir dem Programm sagen, welche Stellen im Bild auf jeden Fall unverändert bleiben müssen (meist sind dies der Angler und der Fisch selber). Nachdem wir nun die "Freie Auswahl" ausgewählt haben, markieren wir den Bereich indem wir an den Konturen des Anglers und des Fisches entlang klicken. Je genauer ihr das macht, umso besser wird das Foto später (ich habe es hierfür nur sehr grob gemacht, was ihr weiter unten im Ergebnis auch sehen werdet)

Im Bild habe ich links unten an der Hose angefangen und mich bis zum Zandermaul vorgearbeitet. Wichtig hierbei ist, dass ihr am Schluss wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Fängt die Auswahl an schwarz-weiß zu blinken, habt ihr alles richtig gemacht.

Anschließend mit der RECHTEN Maustaste auf die Auswahl klicken und im Reiter auf "Auswahl" und anschließend auf "Schwebend" klicken

Ihr werdet merken, dass sich ein Rechteck um eure Auswahl gebildet hat und ihr im Reiter "Ebenen, Kanäle und Pfade" (hier rechts oben) eine neue Ebene bekommen habt ("Schwebende Auswahl"). Auf diese müsst ihr rechtsklicken und im Reiter "Neue Ebene" klicken.

Somit habt ihr jetzt zwei Ebenen (Hintergrund und Schwebende Ebene). Ihr solltet diese Ebenen nicht gegeneinander verschieben, da sie sonst nicht mehr zusammenpassen (falls sie aus Versehen verschoben werden, "Rückgangig" verwenden).
Um nun den Hintergrund ganz einfach und schnell zu verpixeln, wählen wir diesen aus (1.). Anschließend rechtsklicken wir auf das Bild und suchen im Reiter "Filter"->"Weichzeichner" ->"Verpixeln" (2).

Es öffnet sich ein neues Fenster namens "Verpixeln". Hier kann man die Breite und Höhe der Pixel einstellen. Grundsetzlich gilt: Je größer die Pixel, umso weniger ist vom Hintergrund zu erkennne. Eine Auswahl von 75 tut hier gute Dienste

Mit "OK" bestätigen und warten bis das Programm den Hintergrund verpixelt hat

Schön ist zwar was anderes aber für Boards o. Ä. tuts dies sicherlich. Wem es so genügt, der kann weiter unten weiterlesen, wenns ans Speichern des Bildes geht (lasst euch nicht von den Karos direkt um die Auswahl irritieren, die verschwinden wenn man das Bild speichert).
Wer das zu hässlich findet, der kann auf "Rückgangig" drücken und einen anderen Weichzeichner ausprobieren: Gaußscher Weichzeichner (siehe Foto)

Stellt ihr im sich öffnenden Fenster hier die Werte auf 100 so habt ihr eine schöne Unschärfe im Hintergrund. Auch hier nicht von den Karos direkt um die Auswahl irritieren lassen, die verschwinden wenn man das Bild speichert (s.u.).

Damit lässt sich doch schon arbeiten oder? Wer das auch doof findet, der muss sich nun der Königsdisziplin stellen, indem er Bildausschnitte kopiert und an der richtigen Stelle wieder einfügt. Dies ist eher etwas für geübtere User mit Gedult aber mit etwas Übung bekommt das auch jeder hin!
Wieder auf "Rückgangig" drücken und darauf achten, dass noch immer die Hintergrundebene ausgewählt ist. Wir wollen jetzt das Bild an sich nicht verzerren oder unscharf machen sondern nur markante Stellen wie das Gebaude, durch weniger markante Stellen ersetzen. Wie wärs denn wenn wir das Gebäude einfach durch die Bäume im Hintergrund ersetzen???
Hierfür müssen wir wieder auf "Freie Auswahl" im Werkzeugkasten drücken und dann die Bäume im Hintergrund markieren (wie vorher den Angler und den Fisch). Die Auswahl muss sollte nicht ganz gerade und lieber etwas kurvig sein, da sie sich so später besser einfügen lässt

Wenn die Auswahl steht und wieder schwarz-weiß blinkt drücken wir auf der Tastatur das Kürzel für Kopieren (Strg + C) und anschließend direkt das Kürzel für Einfügen (Strg + V).

Jetzt haben wir an der gleichen Stelle, an der wir die Auswahl getroffen haben, eine neue schwebende Ebene. Diese verschieben wir (Werkzeugkasten: "Verschieben" siehe Foto oben) an die gewünschte Stelle (im aktuellen Fall über die Häuser) und fixieren sie durch einen Klick auf das Hintergrundbild.

Wie ihr seht bleibt der Angler unverändert, auch wenn die Auswahl auf ihn gelegt wird. Der Hintergrund verschwindet jedoch und wird durch die Auswahl ersetzt. Wiederholen wir den Kopierungsvorgang noch 2 weitere Male so verschwinden die Gebäude im Hintergrund. Zurückbleibende Stellen (rote Pfeile s.u.) die noch nicht überdeckt sind, werden durch Alternative Auswahl überdeckt (in dem Fall wird der helle Himmel kopiert und über die Reste gelegt.

Hat dies gut geklappt, findet man bei genauem Hinsehen noch ein paar Stellen, die nicht ganz ins Bild passen. Meist sind dies gerade Linien mit anderem Farbverlauf (siehe unten Pfeil im Wasser). Diese lassen sich leicht mit "Verschmieren" entfernen. Nachdem die Auswahl im Werkzeugkasten getroffen wurde, kann man noch die Dicke des Wischers einstellen (Skalieren). Geht man nun ins Bild, so kann man über die störende Stelle wischen und den Verlauf unauffälliger machen.

Auf diese Weise können nicht nur ganze Strukturen verschwinden, sondern auch erschaffen werden. Beispielsweise kann man das Gras auf der linken Seite auswählen ("freie Auswahl") und auf die rechte Seite kopieren (Strg C -> Strg V). Vor dem Fixieren kann man die schwebende Auswahl spiegeln, damit sie besser ins Bild passt.

Ist man zufrieden mit dem Ergebnis so drückt man im oberen Reiter auf "Datei" dann auf "Speichern unter". Nun wählt man den Ort an dem das Foto gespeichert werden soll (nicht im Ordner des Originalbildes speichern da er dieses sonst ersetzen will) und drückt auf "Speichern". Sollte das Bild als .jpg gespeichert werden (empfehlenswert) so kommt noch eine Meldung bezüglich fehlender Transparenz:

Hier einfach auf Exportieren klicken. Die Qualität in der das Bild gespeichert werden soll, sollte auf 100% gestellt werden.
Mit ein wenig Übung habt ihr so innerhalb von ein paar Minuten jedes Foto unkenntlich gemacht und müsst euch keine Sorgen um eure Hotspots machen.
Hier beispielsweise das Ergebnis von 5 Minuten Bildbearbeitung:

Wenn man genau hinschaut, sieht man bestimmt den einen oder anderen "Fehler" im Bild, da ich mir nicht sonderlich viel Mühe gegeben hab. Einem, der nicht weiß, dass das Bild bearbeitet wurde, wird aber sicher nicht drauf kommen was hier passiert ist. Ihr könnt jetzt ja mal auf unserer HP oder bei Facebook schauen ob ihr ein paar bearbeitete Fotos findet... gibt genug .

Wer noch Fragen hat oder wenns absolut nicht klappt, dann schreibt uns doch einfach ne Mail oder besser noch bei Facebook

Euer Klaus

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