Dienstag, 07 April 2009 20:49 geschrieben von

Saisonstart 09 in Wangen

Schon lange im Voraus wurde vorsorglich vom 1.-3. April Urlaub genommen, sodass es endlich wieder rund gehen konnte. Also am 30. noch eben in den  Angelladen um Feederfutter und Maden zu kaufen und evtl. noch den einen oder anderen guten Tipp abzusahnen. Gut gerüstet konnte also der 1. April kommen. Da alle Fließgewässer Hochwasser hatten war klar, dass wir an die schönen Wangener Seen gehen werden um dort unser Glück zu versuchen.

1. April

Gewässer: Hammerweiher
Zielfisch: Karpfen im Flachwasser

Da ich das letzte Mal vor 8 Jahre an diesem See angeln war, war es dieses mal natürlich etwas ganz Besonderes. Ich wusste, dass es in dem Gewässer viele gute Fische gibt, denn bereits in meiner Jugend konnte ich als "Würmchenbader" gute Erfolge erzielen. Aus Angst keinen Platz mehr am See zu bekommen, war ich mit meinem Bruder als Fotoassistent bereits um 7 am Wasser. Erstaunlicherweise war außer uns 2 kein einziger Angler am See. Die waren wohl auf Forellenjagd an der Argen oder noch arbeiten ;-). Als Angelstelle wurde ein Steg gewählt, der schön in den Schilfgürtel und die Rosenfelder, die dort in ein paar Monaten die ganze Wasseroberfläche bedecken werden, reinragt.
Morgens war der Himmel noch recht wolkig und uns blies ein kalter Wind um die Ohren. Am See war reges Treiben, da die Blesshühner in Paarungsstimmung waren und sich kräftig zofften. Fischaktivität konnten wir dagegen keine beobachten. Hier erst mal ein paar Eindrücke von unserem super Angelsee.


tackle tackle

Ok ich gebs zu, viel vom See ist nicht zu erkennen

Schnell waren die Ruten aufgebaut, mein Bruder wurde zum Futter mischen geschickt, sodass schon kurze Zeit später der erste Futterkorb baden ging. Nachdem auch die zweite Rute im Wasser war, wollte ich erst mal ein paar Fotos schiessen. Ich lief also an meinem Bruder vorbei, welcher auf einmal komische Geräusche machte, Zuckattacken bekam und dann schrie: "BIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIISSSSSSSSSSSSSS!!!!!!!!!!!!!"
Ich dacht mir: "Ja ne is kla Chef, verkackeiern kann ich mich selbst". Da die Zuckattacken allerdings eher in einen epileptischen Anfall ausarteten, drehte ich mich um und ging zu meinen Ruten. Und tatsächlich, die Spitze wackelte ganz leicht – muss wohl ne kleine Rotfeder sein!? Also mal eben anhauen und siehe da ... Hänger ... oder doch net? NEEEIN da am Ende gibt was plötzlich richtig Gas. Ein schöner Drill begann und ich sah endlich mal meine neue Thallium Feeder in Aktion.

action aktion

Nach einigen Fluchtversuchen unter den Steg gelang es uns jedoch den ersten Karpfen dieser Saison sicher zu keschern.

flucht flucht1

kapfen

Nachdem wir den Fisch versorgt haben (die die mich kennen wissen was gemeint ist) konnten wir es immer noch nicht glauben, dass nach so kurzer Zeit schon so ein Brocken gebissen hat! Wir waren doch erst knapp 10 Minuten am angeln. Ob da noch mehr kommen würde? Wir waren sehr gespannt.
Langsam öffnete sich auch der Himmel und das Wetter wurde deutlich besser. Bis auf ein Blesshuhn, das sich wohl zur weiteren Fortpflanzung an meinem Hakenköder stärken musste und sich "leider" vorm Fotoshooting wieder lösen konnte, gab es keine weiteren Bisse. Zum Zeitvertreib fütterten wir unseren Schwan, den wir durch unsere gigantischen geistigen und literarischen Ergüsse "Enton" getauft hatten.

schwan schwan

Da uns langsam der Hunger plangte ging es heim zum Mittagessen und zum Faulenzen. Nachmittags hatte ich die Idee mir mal den Ausfluss des Sees anzuschauen, der immerhin gut 2 km lang ist. Allerdings ist dieses "Bächle" sehr schwer zu befischen und fischtechnisch nicht sehr interessant. Immerhin konnten wir noch einen schönen 50er Hecht in knapp 15 cm tiefem Wasser beobachten, der auf seine Beute lauerte. Nach rund 2 Stunden entschlossen wir uns wieder an den See zu wagen, wo wir auch kurz darauf wieder angelten. Unterwegs sammelten wir dann noch unseren Angelnachwuchs namens Ruwen ein (schon in einem älteren Beitrag erwähnt), der unbedingt zuschauen wollte.
Bis zum Abend ging jedoch nix mehr, bis mein Bruder mich dazu überreden konnte direkt in eine ca. 3 m große Öffnung im Schilf zu werfen. Auf eine Entfernung von ca. 35 Meter war das gar nicht so leicht, was meinen Bruder natürlich Grund zu Hohn und Spott gab. Naja mal eben /ignore eingetippt und nochmal versucht. Beim 3. Mal landete der Köder dann punktgenau da wo wir ihn haben wollten. Diese Öffnung erwies sich als wahre WUNDERTÜTE, denn bereits 15 min später bebte meine Rutenspitze heftigst, was mit einem schnellen Anhieb quittiert wurde. Schon konnten wir durch den aufgewirbelten Schlamm erkennen, dass es sich wieder um einen guten Karpfen handeln musste. Dieser war jedoch nicht der Dümmste und setzte sich direkt 2x an Unterwasserhindernissen fest. Glücklicherweise konnten wir ihn jedoch immer wieder rauslösen und kurz darauf keschern.

im kescher karpfen

karpfen paul

Im Laufe der nächsten Stunde bissen noch insgesamt 3 weitere Karpfen auf genau der selben Stelle, wobei wir allerdings einen direkt nach dem Anbiss durch Schnurbruch verloren haben. Hier noch ein paar Bilder von den schönen Fischies.

carp

carp

Die Karpfen, die zu viel waren wurden natürlich nach dem Entfernen der Blutegel schonend zurück gesetzt!

release release

Der ereignisreiche Tag endete mit einem Sonnenuntergang aus dem Bilderbuch. Wir waren sehr gespannt auf den nächsten Morgen!

2. April

Gewässer: Röhrenmoos
Zielfisch: Brassen&Co

Den 2. April wollte ich eigentlich nach dem Erfolg des 1. Aprils recht langsam angehn. Deshalb hab ich das Haus nicht vor Mittag verlassen und dann nur um mit meinem Schatz eine Radtour zu machen. Vorraussetzung hierfür war natürlich, dass wir an einem See vorbei kommen würden. Also fuhren wir zum Röhrenmoos, einem recht großen und tiefen See in schön gelegener Landschaft. Keuchend und um Atem ringend (welcher Idiot hat denn diesen Sport erfunden??? und wo verdammt ist das scheiß Sauerstoffzelt???) kamen wir an dem See an und ich war sehr gestaunt, da der See nicht mehr zugefrohren war. Noch 2 Tage zuvor war der See komplett mit einer dicken Eisschicht überzogen! Also direkt das Handy gezückt und meinen persönlichen Fotograf Wacko angerufen, dass er die Angelsachen startklar machen soll. Bereits 1 Stunde später war die Freundin wieder zu Hause verstaut und das Angelgerät am Wasser (man muss ja schliesslich Prioritäten setzen).
Die Platzwahl war auch nicht schwer, da mein Bruder noch von letztem Sommer eine flache Stelle kannte, wo sich das Wasser schnell erwärmen würde.
Das Gerät wurde aufgebaut und das Futter angemischt. Hier erst mal Bilder von unserem Spot.

see see

Die warmen Temperaturen machten zunächst nur die Fliegen und Krabbelviecher aktiv, die zu Scharen auf meine schwarze Angel einfielen um sich dort zu wärmen.

Fliegen

Von den Fischen war noch nicht viel zu merken. Als ich jedoch gerade einholen wollte, merkte ich bei der ersten Umdrehung ein Zappeln am Ende. Der Fisch musste kurz zuvor den Köder aufgenommen haben. Das nenn ich mal Zufall! Nach kurzem Drill konnte ich den ersten Zielfisch des Tages landen.

brasse brasse

Nun haben sich die Fische eingefunden und die Bisse kamen am laufenden Band, jedoch immer genau dann, wenn ich von Mücken geplagt wurde oder gerade durch die Gegend träumte, weshalb ich etliche Bisse (>15 *peinlich*) verpasste und somit mal wieder den Hohn meines Bruders ertragen musste. Nichts desto Trotz konnte ich insgesamt 7 schöne Brassen bis 2 Pfund landen die teilweise sogar richtig wehrhaft waren.

brasse brasse

brasse

drill brasse

Später kam dann natürlich noch mein Schatzi, die mich noch viel mehr ablenkte und ich nur noch einen Fisch landen konnte. Hier mal ein Bild von meiner Hübschen (ich meine den Fisch).

brasse franzi

Da wir erst am späten Nachmittag zu angeln begannen wurde es auch bald wieder kalt, weshalb wir uns entschieden bereits um 7 wieder Heim zu gehen. Schliesslich waren wir noch müde vom hervorgegangenen Tag. Trotzdem wussten wir, dass wir am nächsten Tag wieder das Wasser sein würden um für euch Fische zu jagen.

3. April

Gewässer: Elitzer See
Zielfisch: Karpfen

Am letzten Tag unseres kleinen Angelurlaubs gingen wir an den Elitzer See von dem wir im Angelladen gehört hatten, dass dieses Jahr schon ein paar Karpfen gefangen wurden.
Leider hatten wir zu Beginn unseres Angeltages eine falsche Stelle herausgesucht, von der wir zunächst dachten, dass sie sehr flach sei. Tatsächlich war dort das Wasser ca. 1,5-2 Meter tief, weshalb wir schon dachten nichts fangen zu würden. Hier mal n Bild vom Spot.

see

tackle tackle

Den Platz wechseln konnten wir auch nicht mehr, da die eigentliche flache Stelle nun schon von zwei älteren Anglern besetzt wurde, die Ihre Schwimmer badeten. Also hiess es abwarten. So vergingen einige Stunden, ohne dass sich irgendwas regte. Zum Zeitvertreib bewarfen wir die Frösche im Wasser mit kleinen Ästchen woran sich auch einige Frösche vergingen (die Schweinchen)!!!!

Mein Bruder machte sich dann auf mit einer Rute, bewaffnet mit Blei und Schwimmer und suchte flache Stellen im See. Nach einiger Zeit rief er mich dann zu sich, da er eine kleine Erhöhung gefunden hatte. Als ich zurück kam um meine Ruten zu holen, sah ich jedoch, dass plötzlich meine Schnur anfing zu fahren. Verdutz über den Zufall, gerade im rechten Moment gekommen zu sein, setzte ich den Anhieb. Schnell war klar, dass es sich um einen kleinen Karpfen handeln musste. Mein Bruder war auch schnell wieder zur Stelle und so konnte der Karpfen ohne große Mühe gekeschert werden.

karpfen release

Da er allerdings wirklich zu klein war, wurde er natürlich nach einem kleinen Fotoshooting wieder schonend zurückgesetzt. Wir beschlossen uns nicht die Stelle zu wechseln, da wir vermuteten, dass sich nun doch Karpfen im Tiefen aufhalten würden - und wir behielten recht! Schon kurze Zeit später hatten wir erneut einen Biss durch einen Karpfen, der sich allerdings schon merklich mehr wehrte.

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Nach einem schönen Drill landete der Karpfen dann sicher im Kescher.

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Nach diesem Fisch passierte nichts nennenswertes mehr, weshalb wir uns entschlossen früher zu gehen um noch etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Rückblickend waren diese 3 Tage (vor allem der Erste) extrem geile Angeltage und ich freue mich auf die kommende Saison.

So nun geh ich pennörn :)
Gut Nacht
Euer Paul

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