Sonntag, 28 August 2011 20:02 geschrieben von

Carps still Running

Die letzten 2 Wochenenden wurde wieder Jagd auf unsere Wasserschweinchen gemacht. Mit relativ gutem Erfolg.

Karpfen im Wasser

Vorab eine Entschuldigung unsererseits - in letzter Zeit gab's leider nicht so viel neuen Lesestoff. Einige private Angelegenheiten und die viele Arbeit im Geschäft hielt uns immer wieder von unserem Lieblingshobby ab. Wir tun jedoch unser Bestes, das schnellstmöglich zu ändern! Videomaterial gibt's schon wieder reichlich, es fehlt nur noch die Zeit das Ganze für euch in ein schönes Angelfilmchen zu verwandeln. Auf alle Fälle wird es dieses Jahr noch ein geiles Karpfenvideo geben (wohl gegen Ende des Jahres) mit vielen Life-Runs und dicken Fischen. Ihr dürft gespannt sein!!
So nun aber zu den aktuellen Fängen:

Wochenende 1:

Mein kleiner Neffe Ruwen (Ruwipuwi) ist seit diesem Jahr stolzer Besitzer eines Jugendfischereischeins - und ist dementsprechend natürlich extrem heiß auf's Fischen. Grund genug für ein gemeinsames Angelwochenende! Tageskarten waren schnell organisiert, Taschen gepackt und den Fischen schonmal mit Boilies Lust auf mehr gemacht... Es konnte losgehen! Samstagmorgen hieß es früh aufstehen. Bereits um 6 Uhr war ich am Wasser und konnte in aller Ruhe schonmal alles aufbauen und die Ruten auslegen. Schnell war auch ein gemütlicher Angelplatz am Ufer eingerichtet. Im Karpfenstuhl chillend genoss ich also die frühmorgendliche Ruhe vor dem erhofften Sturm und wartete gemütlich auf meinen Neffen und den ersten Biss.
Die ersten 4 Stunden vergingen ohne nennenswerte Ereignisse. Die Temperaturen waren schon auf 25°C geklettert und die ersten Badegäste liessen nicht lange auf sich warten. Natürlich liessen sich die eifrigen Schwimmer nicht von zwei fast unsichtbaren Angelschnüren im Wasser an ihrem Frühsport hindern, sodass es an meinem Angelplatz innerhalb kürzester Zeit nur so wimmelte - allerdings nicht vor den ersehnten Karpfen, sondern vor planschenden Trägern modischer Neonbadehosen. Mir war klar, dass dies kein einfaches Wochenende werden würde...
Die Fische schienen jedoch wenig beeindruckt - denn schon um 11 Uhr kam der ersehnte erste Run. Nach kurzem Drill tauchte ein schöner Schuppi im Kescher auf! Um später von Ruwen bewundert werden zu können, musste der Dicke noch etwas im Karpfensack warten.
Als ich gerade den Sack zuzog, meldete meine zweite Rute Fischkontakt. Dieser Fisch war allerdings schlauer als ich und konnte sich zu meinem Ärgernis im Krautfeld aushängen. Lange blieb aber keine Zeit für Frust, da bereits 20 Minuten später der nächste Full-Run rausfuhr. Wieder kam ein schöner, etwas größerer Schuppi zum Vorschein. Während ich den Fisch auf der Abhakmatte versorgte, kam auch Ruwipuwi endlich an, sodass wir die Gelegenheit gleich zum Fotoshooting nutzten. Gemessen wurde unser Fang nicht - Größenangaben gibt's also leider keine.

die ersten Karpfen

schicker Schuppi

Auch Ruwen hatte seine Ruten schnell draußen und so konnten wir gemeinsam in der Hitze schmoren, war doch die Temperatur auf 35°C gestiegen. Es war klar, dass wir nun vor Abend nicht mit einem weiteren Fischkontakt rechnen durften. Baden und Sonnenanbeten schienen uns also ein schöner Zeitvertreib zu sein. Gegen Abend wurden die Fische wieder aktiver. Leider verloren wir jedoch zwei der dicken Karpfen bereits im Drill. Auch der Dritte konnte entwischen, da Ruwen einen Fallbiss hatte, den er, dank fehlender Swinger, zu spät bemerkte. Um 10 wurden die Ruten raus geholt (Nachtfischen verboten). So mussten wir uns am ersten Tag mit zwei kleineren Schuppis abgeben - besser als nix!

Die Nacht wurde direkt am Wasser verbracht - eine schlechte Idee, wie sich schnell herausstellen sollte! Blutrünstige Schnaken sorgten dafür, dass wir kein Auge zutaten. Sogar unter die Decke krabbelten die Mistviecher um ihre Opfer zu tryrannisieren. Ganz der tapfere Onkel tat ich natürlich alles um meinen Neffen vor den Blutsaugern zu beschützen. So fielen gefühlte 1000 Schnaken in dieser Nacht meinen Gegenangriffen zum Opfer. Ein mäßiger Erfolg wie sich bald zeigte - einem Streuselkuchen hätte Ruwen am nächsten Morgen alle Ehre gemacht. Naja da muss der echte Angler eben durch!

Um halb 6 warf ich schließlich alle Ruten neu aus. Ruwen wurde noch geschont und konnte weiterschlafen, musste er doch erst wieder seine Blutreserven auffrischen. Als auch ich mich wieder in die Liege hauen wollte, kam schon der erste Run. Heftige Gegenwehr lies auf einen dicken Karpfen schließen. Plötzlich erschlaffte die Schnur erneut... WAAAAAAAAAAAAHH!!! Wieder ausgeschlitzt. Eigentlich hätte ich mir spätestens jetzt Gedanken über mein Rig machen müssen, aber dieses hatte bei der letzten Session extrem gut gezogen.
Etwas geknickt lag ich also im Zelt und dachte darüber nach, warum das Rig nicht fing. Ein schrilles Piepsen riss mich jedoch aus meinen Gedanken. Wieder zerrte ein dicker Karpfen am anderen Ende. Um ein Ausschlitzen zu verhindern, wurde dieser nun äußerst vorsichtig herangepumpt. Glücklicherweise kam der Karpfen diesmal nicht auf die Idee ins Kraut zu schwimmen, sondern blieb brav im Freiwasser. Nach etwa 4 spannenden Minuten zeigte er sich schließlich das erste Mal an der Oberfläche. Ein schöner Spiegelkarpfen. Kurze Zeit später umschlossen ihn die Maschen des Keschers. Auf der Abhakmatte zeigte das Maßband 70 cm (Bilder weiter unten).

Unaufhaltsam stiegen nun auch die Temperaturen und meine Hoffnung, dass bei Ruwen auch endlich was beissen könnte, wurden immer kleiner. Um 11:45 Uhr wurden dann meine Gebete erhört und Ruwen bekam einen geilen Run. Der Fisch lieferte nur geringe Gegenwehr, jedoch schickte ich Ruwen zur Sicherheit ins Wasser, wo er den Fisch besser kontrollieren konnte. Am Ufer gab der Karpfen dannnochmals richtig Gas und wir mussten nochmals zittern. Als der Karpfen über den Kescher gezogen wurde staunten wir nicht schlecht. Der vermeintlich kleine Karpfen war doch deutlich Größer als erwartet! Auf der Abhakmatte waren dann erneut 70 cm. Der Schuppenkarpfen war wunderschön gezeichnet und wurde nur von dem Grinsen meines Neffens übertroffen. Hier nun endlich die Bilder:

Doppelpack

Ruwens schöner Schuppi mein Spiegler

Schuppi release

Einen besseren Abschluss zum Angelwochendende hätten wir kaum haben können.

Wochenende 2:

Das zweite Wochenende habe ich leider voll verkackt. Ich hatte 6 Runs aber hab keinen Fisch raus bekommen. Glücklicherweise hatte uns aber Felix vor einem Schneidertag gerettet.

Felix Karpfen

Felix Karpfen Felix Karpfen

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