Mittwoch, 20 Januar 2010 00:00 geschrieben von 2010-01-20 13:00:00

Angeltour Köln 2009

27.12.09:

Nachdem mein Bruder und ich schon am Vortag angereist waren und die erste schlaflose Nacht in Bonn verbracht hatten, verabredeten wir uns mit unserem Guide Dieter gegen 13 Uhr in Köln. Da der Rest der Tübinger erst am Abend anreisen konnte, wollten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, vor deren Ankunft schon den ersten Zander auf die Schuppen zu legen. Somit machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf gen Köln. Während der Fahrt überprüfte ich nochmals den Wasserstand des Rheins, welcher uns im Vorfeld schon große Sorgen bereitete. "Fast 2 Meter über normal? Na klasse, über Nacht schon wieder einen halben Meter gestiegen." Die Fangaussichten waren somit nahe Null und auch Dieters Aussage, dass heute wohl nicht viel gehen werde, machte uns wenig Hoffnung. Trotzdem versuchten wir natürlich unser Glück und so flogen die Gummifische in die braune Suppe. Adrian und Nico, Freunde von Dieter und jetzt auch von uns, waren gekommen, um uns etwas zu unterstützen und die Fangchancen zu erhöhen.

paul schiff

Es tat gut, endlich mal wieder am Rhein zu angeln, auch wenn sich dieser nicht von seiner besten Seite zeigte. Die Stimmung war gut und man freute sich, alte Bekannte nach langer Zeit wieder zu sehen. Wirklich erstaunlich, dass ein Hobby Menschen über so große Distanzen verbindet und man das Gefühl hat, als sei es erst gestern gewesen als man das letzte Mal mit ihnen geangelt hat.
Da sich an unserer Stelle aber nichts tat und viel Treibgut im Wasser war, wechselten wir schon nach kurzer Zeit die Stelle, um es in einer Hafeneinfahrt zu probieren. Hier war das Wasser ruhiger und etwas klarer. Nach einiger Zeit konnte ich den ersten Anfasser verzeichnen, der Anhieb ging jedoch ins Leere. Am Haken hing eine kleine gezackte Schuppe (Zander oder Barsch) was uns Hoffnung machte.

klaus dieter und klaus

Leider kam es nicht wie gehofft und es tat sich erstmal gar nichts. Da es langsam dunkel wurde und wir am nächsten Tag früh angreifen wollten, überlegten wir uns, ob wir nicht schon früher nach Hause sollten. Nach Absprache mit meinem Bruder und Dieter, entschieden wir uns, noch eine halbe Stunde dran zu hängen. Der arme Dieter kam kaum zum Angeln, da ständig Bekannte vorbeikamen, um mit ihm zu quatschen. So lag es wohl an meinem Bruder und mir heute noch einen Fisch zu Gesicht zu bekommen, da Adrian und Nico in der Zwischenzeit nach Hause gegangen waren.
Wenige Würfe später merkte ich beim Absinken des Köders zum Grund ein leichtes Zubbeln in der Rute, welches sofort mit einem Anhieb quitiert wurde. "Geil, der hängt!!! Ich hab einen!!!" Mein Bruder war sofort zur Stelle und kletterte die Treppe runter ans Wasser. Nachdem er den ersten Zander der Tour sicher gelandet hatte, führte ich einen kleinen Freudentanz auf.
Er war mit 56cm zwar kein Riese aber für die schlechten Bedingungen ein Fisch, über den man sich durchaus freuen kann.

zander

Ich muss ihm den Köder voll vor die Nase geworfen haben, da er direkt im Absinken nach dem Auswerfen gebissen hatte. Wie man überall nachlesen kann, ist es also wirklich wichtig, direkt den Köderkontakt herzustellen, nicht erst wenn er auf dem Grund ist.
Kurz nachdem der Fisch wieder weitergeschwommen war, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg, nicht aber ohne noch ein paar Impressionen einzufangen.

impressionen impressionen

Gegen 22 Uhr kamen dann auch die restlichen Tübinger in unserer Wohnung an.

freaks rutenwald

Außer der guten Laune brachten sie mal wieder bergeweise Tackle mit (wie soll es auch anders sein). Somit konnte der neue Tag nur kommen, wir waren heiß und an der Ausrüstung sollte es gewiss nicht scheitern. Für den kommenden Tag war eine Gummitour in einem Hafen geplant, in der Hoffnung, dass das Hochwasser dort nicht allzu große Auswirkung auf das Beißverhalten der Fische hat. Hier wird das Wasser hoffentlich klarer und die Fische hoffentlich aktiver sein. Für den kommenden Tag war eine Gummitour in einem Hafen geplant, in der Hoffnung, dass das Hochwasser dort nicht allzu große Auswirkung auf das Beißverhalten der Fische hat. Hier wird das Wasser hoffentlich klarer und die Fische hoffentlich aktiver sein.

28.12.09:

Noch bevor die Sonne überhaupt ans Aufstehen gedacht hatte, klingelten in der ganzen Wohnung Handys, die zum Wecker umfunktioniert worden waren. Ich war als Erster auf den Beinen und versuchte im Halbschlaf die anderen zum Aufstehen zu motivieren. Auch wenn gestern der Tatendrang noch sehr hoch war und jeder am liebsten direkt am Wasser gestanden wäre, kamen so früh am Morgen alle nur schwer in die Gänge. Nach dem Frühstück mit extra starkem Kaffee wurde das Tackle verstaut und es konnte endlich losgehen. Wir hatten uns mit Dieter, Adrian und Nico vor der Kartenausgabestelle verabredet und kamen doch mehr oder weniger pünktlich dort an. Der Himmel war noch leicht bedeckt, doch zum Mittag sollte die Sonne vereinzelt durchbrechen. Zwar kein perfektes Zanderwetter aber bei einer ganztägigen Tour doch angenehmer als Schnee oder Regen. Schnell wurden die Karten gekauft, nochmal im Angelladen eingekauft (man hatte ja erst 2 Tonnen Köder, Ruten und Rollen dabei) und was fürs leibliche Wohl besorgt.

dieters karre bull4phil

Ich war gespannt auf den kommenden Angeltag und konnte es kaum erwarten, endlich am Wasser zu stehen. Die erste Stelle sah zwar vielversprechend aus, doch der Regen hatte auch hier das Wasser in eine braune Suppe verwandelt. Egal, Probieren geht über Studieren und so verteilten wir uns entlang der Spundwand. Phil war der erste der einen "Biss" anmeldete, er hatte nicht mitbekommen dass etwa 2 Meter vor uns eine Spundwand unter Wasser war. Als er den Gufi also gegen diese Wand tocken ließ, kam es zum vermeintlichen Biss. Mit dem Jung hat man immer was zu lachen, wie sich später noch rausstellen sollte.

chris frank
Chris & Frank
phil adrian
Phil & Adrian
nico paul
Nico &  Paul
(Dieter und ich sind zu hässlich für Fotos)

Leider war an der ersten Stelle außer dem "Metallbeißer" nichts Besonderes zu verzeichnen, weshalb wir uns wieder in die Autos setzten um neue Stellen anzufahren. Wir verließen die Hafeneinfahrt und suchten uns eine Stelle weiter im Inneren des Hafens, in der Hoffnung dort bessere Wasserbedingungen vorzufinden. Bereits beim Vorbeifahren am neuen Spot sagte ich zu meinem Bruder: "Geil, hier riecht es förmlich nach Zander". Es war eine Stelle im Hafen, an der sich ein breites Hafenvorbecken zu einem kleinen Kanal verengte um weiter hinten wieder in ein breites Becken auszulaufen.

frank streetfishing

Einfach nur "Street-Fishing" zwischen Schiffen, entlang von meterhohen Spundwänden und unter dunklen Brücken. Solche Spots kennt man bei uns nur aus Angelzeitschriften oder aus dem Fernsehen. Natürlich machten wir uns gleich voll motiviert ans Werk, immer in der Hoffnung, den kapitalen Fang zu machen. Das Wasser war hier etwas klarer aber extrem tief (geschätzt über 6 Meter). So konnten einige schon bald ein paar vorsichtige Anfasser verzeichnen, leider jedoch nichts Verwertbares. Der erste Zander des Tages ging nach etwa einer Stunde auf das Konto von Adrian, der als Pionier auf die andere Seite des Kanals gegangen war. Der kleine Stachelritter hatte den Gufi voll genommen und wurde nach dem kurzen Fotoshooting schnellstmöglich wieder in sein Element entlassen.

kleiner zander

Da im Vorbecken nicht viel ging, entschlossen wir uns, Adrian zu folgen und verteilten uns auf der anderen Seite die tiefer im Hafen lag.

hafendaiwa exceller

Hier stiegen vereinzelt kleine Fische auf, weshalb ich hin und wieder versuchte, ein paar Barsche mit dem Wobbler zu überlisten. Leider schien es als seien keine aktiven Räuber unterwegs, weshalb dieser Versuch ohne Erfolg blieb. Nach einiger Zeit schrie Phil plötzlich aus einiger Entfernung: "Ähm Leute, ich brauch HILFEEEEE!!" Mein Bruder und ich spurteten sofort in Richtung der Hilfeschreie, da ich jedoch so einiges an Tackle auf dem Weg verteilte, musste ich meine Rettungsaktion abbrechen und erstmal alles einsammeln. Jaja wenn er ersoffen wäre dann hätte ich wenigstens meine Wobbler beisammen gehabt. Als ich schließlich am Ort des Geschehens eingetroffen war, stand ein Angler mit langgezogenem Gesicht vor mir (mimimi). Mein Bruder und er klärten mich auf, dass wohl ein großer Zander zwischen 70 und 80cm gebissen hatte aber kurz vor den Füßen wieder ausschlitze. Da musste ich meinen armen Pechvogel doch erstmal in den Arm nehmen und trösten (und ein Foto machen *muhahaha*). Ein weiterer Angler, angelockt durch die Schreie, bot ihm eine Frustzigarette an, welche dankend angenommen wurde.
Dieter hatte es in der Zwischenzeit besser gemacht und konnte ein Glasauge verhaften.

zander dieter

 

Mit diesem Zander konnte er seine neue Rute, welche er von uns fürs Guiden bekommen hat, direkt einweihen. Hoffe sie bringt dir noch viele dicke Zander und Barsche!!!

Da sich eine Beißflaute einstellte (naja eigentlich hat es noch garnicht wirklich gut gebissen), wollten wenigstens wir was in den Magen. Adrian und Nico versorgten uns in ihrer mobilen Küche mit Linsensuppe und Gulasch.

kochen essen

Im Anschluss an das kulinarische Highlight wechselten wir den Spot erneut zu einer Stelle, an welcher Dieter jedes mal seine Zander gefangen hat. Um diesen Spot zu erreichen, mussten wir uns ins große Auto quetschen, da der Weg dort hin zu Fuß zu weit und dank unzähliger gefluteten Schlaglöchern mit dem normalen Auto nicht passierbar war. Hier in Tübingen würde an so großen Schlaglöchern, die eher als mittlere Badeseen durchgehen könnten, bei den ersten Sonnenstrahlen die FKK-Fraktion ihre Liegen aufschlagen.
Leider lag an dieser Stelle, Dieters absoluter Lieblingsstelle, ein Schiff vor Anker, welches alles versperrte. Das Hochwasser tat das Übrige und so mussten wir schon nach wenigen Würfen, gesenkten Hauptes von Dannen ziehen. Wirklich schade, da Dieter an dieser Stelle jedes mal Fisch gefangen hatte.

voller bus impressionen

impressionen

So machten wir uns auf an einen Spot, an dem große Scheinwerfer ins Wasser leuchteten. Hier werden regelmäßig schöne Barsche und auch ein paar Zander gefangen. Dieter hatte direkt bei einem der ersten Würfe Erfolg. Ein schöner Zander packte seinen Gufi und konnte für ein kurzes Shooting an Land gebracht werden. Leider war dieser Fisch wohl eine Ausnahme, da zunächst nichts mehr ging. Vereinzelt wurden noch zaghafte Bisse vermeldet aber leider war nichts Verwertbares dabei. Ich wechselte auf einen kleinen Gufi den ich mit einem viel zu schweren Bleikopf ausgestattet hatte. So konnte ich sehr aggresiv führen und kleine, kurze Sprünge machen, also ein Führungsstil, der eher auf aktive Barsche abzielt. Bereits beim ersten Wurf spürte ich plötzlich Widerstand beim Anheben. Ich konnte zwar keinen Biss erkennen aber nach dem Anhieb hing doch etwas dran. Zunächst dachte ich, mein Plan sei aufgegangen und es sei ein guter Barsch am Band. Als der Fisch jedoch ins Licht kam erkannte ich, dass es ein schöner Zander war. Natürlich habe ich mich über den tollen Kämpfer gefreut aber eigentlich hätte ich ihn mehr einem meiner Mitangler gegönnt, die genauso fleißig geworfen haben aber noch nichts gefangen haben (ich hatte ja schon einen Zander am Vortag).

dietr zander me zander

Nach diesem Fisch ging leider nichts mehr. Mag vielleicht auch daran liegen dass einige keine Lust mehr hatten, was nach vielen Stunden ohne Fischkontakt auch verständlich war. So verabschiedeten wir uns von Dieter und bedankten uns für sein Guiding. Da er in den kommenden Tagen keine Zeit mehr hatte dachten wir, wir seien von nun an auf uns gestellt. Doch so schnell wird man Dieter nicht los, wie wir später feststellen sollten.

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